Powertage 2026 ziehen Bilanz: Schweizer Stromwirtschaft braucht mehr Koordination, Digitalisierung und Umsetzungstempo
Mit mehr als 2’000 Teilnehmenden und über 140 Ausstellenden sind die Powertage 2026 in Zürich erfolgreich zu Ende gegangen. Der Netzwerkanlass hat gezeigt, wo die Schweizer Stromwirtschaft in der Transformation steht: Die technischen Lösungen sind vorhanden, entscheidend werden nun Koordination, Digitalisierung, regulatorische Klarheit, Investitionen und die erfolgreiche Umsetzung konkreter Projekte.
Die diesjährigen Powertage zeigten eine hohe Beteiligung und breite Resonanz. Über 140 namhafte Ausstellende präsentierten einen umfassenden Überblick an technischen Trends sowie Entwicklungen und konnten dabei wiederum über 2'000 Besuchende ansprechen. «Die Transformation der Stromwirtschaft ist keine Zukunftsfrage mehr, sondern eine Umsetzungsaufgabe. An den Powertagen wurde deutlich, dass die Branche über viele Lösungen verfügt. Nun braucht es Koordination, verlässliche Rahmenbedingungen und Tempo bei konkreten Projekten», so Corinne Thirion, Exhibition Director.
Aussteller zeigen Innovationen rund um die Energiewende
In den beiden Ausstellungshallen zeigten die Powertage die gesamte Bandbreite. Nationale Energiedienstleister waren ebenso vertreten wie führende Industrieunternehmen, Technologie- und IT-Anbieter sowie auch Bildungs- und Forschungsinstitutionen. Auch junge Unternehmen und Start-ups nutzen die Powertage als Bühne. Gezeigt wurden Produkte, Dienstleistungen und Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Energieerzeugung und Speicherung über Netzinfrastruktur, Handel und Vertrieb bis hin zu Mess- und Zählerwesen, Information Technology und Operational Technology. Damit machten die Powertage, dass die Transformation des Stromsystems nicht an einer einzelnen Technologie hängt, sondern das Zusammenspiel von Infrastruktur, Daten, Regulierung, Markt und Umsetzung erfordert.
Starke Resonanz im Forum
Im Zentrum der Diskussionen auf dem Powertage Forum standen die Fragen: Wie kann die Schweiz ihre Versorgungssicherheit langfristig gewährleisten? Welche Rahmenbedingungen braucht es für Investitionen? Und welche Rolle spielen Marktintegration, Digitalisierung und Flexibilitätslösungen im Energiesystem der Zukunft.?
16. Juni 2026 | Mehr erneuerbare Energien – mehr Koordination: Wege zu einem stabilen Stromsystem
Unter dem Patronat vom Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE stand am ersten Tag die Frage im Zentrum, wie erneuerbare Energien erfolgreich in das Schweizer Energiesystem integriert und gleichzeitig Versorgungssicherheit sowie Wirtschaftlichkeit gewährleistet werden können. Vertreter von Swissgrid, ElCom, BFE und den Verteilnetzbetreibern diskutierten die steigende Zahl von Netzeingriffen zur Sicherung der Systemstabilität, die Entwicklung der Regelenergiemärkte sowie zunehmende regulatorische Anforderungen. Als zentrale Hebel für eine erfolgreiche Transformation wurden der rasche Netzausbau, die Nutzung von Flexibilitäten, verbesserte Prognosen und ein intensiverer Datenaustausch identifiziert. Einig war sich das Podium: Die Energiewende erfordert mehr Koordination, Innovationsbereitschaft und passende regulatorische Rahmenbedingungen.
17. Juni 2026 | Vom intelligenten Netz zur intelligenten Energiewende: Digitalisierung als Treiber des Wandels
Der zweite Veranstaltungstag unter dem Patronat von Electrosuisse zeigte, wie Digitalisierung und dezentrale Erzeugung die Verteilnetze grundlegend verändern. Neue Echtzeitdaten aus der Feldebene ermöglichen eine effizientere Netznutzung und schaffen die Grundlage für einen gezielten Netzausbau. Über der Nebelgrenze bieten alpine Photovoltaikanlagen ein attraktives Winterstromprofil, sind aber auch Herausforderungen durch Anschlussleitungen, Schneehöhe und Windlast ausgesetzt. Praxisbeispiele aus verschiedenen Regionen der Schweiz verdeutlichten auch die wachsende Volatilität von Lastflüssen und Märkten sowie neue regulatorische Unsicherheiten. Als Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Transformation wurden standardisierte Datenstrukturen, präzisere Prognosen und eine stärkere Vernetzung der Branche hervorgehoben.
18. Juni 2026 | Erfolgreiche Projekte als Beschleuniger: Die Energiewende gewinnt vor Ort an Tempo
Am dritten Veranstaltungstag stand die Umsetzung der Energiewende im Fokus. Die Diskussionen machten deutlich, dass die technologischen Voraussetzungen für den Ausbau erneuerbarer Energien vorhanden und die Fortschritte bei Wind-, Wasser- und Solarenergie erheblich sind. Entscheidend wird nun sein, erfolgreiche Projekte systematisch zu skalieren und gewonnene Erkenntnisse breiter nutzbar zu machen. Dezentrale Lösungen, innovative Unternehmen und lokale Initiativen spielen dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Gleichzeitig wurde betont, dass die Akzeptanz in Bevölkerung und Politik ein zentraler Erfolgsfaktor bleibt und massgeblich über das Tempo der Umsetzung entscheidet.
Speakers Corner macht Praxislösungen sichtbar
Nach dem Forum wurde auch der Speakers Corner zum Treffpunkt für Innovationen und praxisnahe Lösungen der Strombranche. Ausstellende und Partner präsentierten in kompakten Kurzreferaten aktuelle Trends, neue Technologien und konkrete Projekte – stets im direkten Austausch mit Moderatorin Giulia Staub und dem Publikum. Die vielfältigen Einblicke zeigten eindrücklich, wie viel Innovationskraft, Fachwissen und Zukunftspotenzial in der Branche steckt. Von intelligenten Energienetzen über digitale Anwendungen bis hin zu nachhaltigen Versorgungslösungen wurde deutlich: Die Energiewende wird bereits heute mit konkreten Ideen und umsetzbaren Projekten gestaltet.
Partnerschaft mit Suisse Eole schafft Raum für Austausch zu Chancen, Herausforderungen und konkreten Lösungsansätzen
Mit der erstmaligen Zusammenarbeit mit Suisse Eole wurde das Thema Windenergie an den Powertagen ins Zentrum gerückt. Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Praxis diskutierten aktuelle Entwicklungen, präsentierten erfolgreiche Projekte und beleuchteten die Bedeutung der Windkraft für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung. Gleichzeitig wurden regulatorische Hürden und dringende Handlungsfelder benannt. «Windenergie gehört ins Zentrum der Debatte um die Versorgungssicherheit, gerade weil sie den grössten Teil ihrer Produktion im Winterhalbjahr liefert. Die Branche ist bereit, Windprojekte umzusetzen und ihren Beitrag zu leisten. Der Austausch an den Powertagen war deshalb besonders wertvoll: Er hat gezeigt, wie gross das Interesse in der Strombranche ist und wie wichtig es ist, jetzt die richtigen Rahmenbedingungen für konkrete Projekte zu schaffen», betonte Olivier Waldvogel von Suisse Eole.
Die nächsten Powertage finden vom 16. bis 18. Mai 2028 in Zürich statt.
MCH Exhibitions & Events GmbH
MCH Exhibitions & Events GmbH ist eine Tochtergesellschaft der international tätigen MCH Group mit Sitz in Basel. Das Unternehmen entwickelt und organisiert 12 Eigenmessen und Events an den Standorten Basel, Zürich und Lausanne – darunter etablierte Plattformen wie Swissbau, Igeho, Giardina, ilmac und die Berufsmessen. Darüber hinaus richtet MCH Exhibitions & Events GmbH jährlich rund 170 Gastveranstaltungen an den Standorten Basel und Zürich aus. Mit dem Messe & Congress Center Basel und der Messe Zürich betreibt das Unternehmen die grössten und flexibelsten Eventlocations der Schweiz. Die MCH Group beschäftigt über 800 Mitarbeitende – rund die Hälfte davon in der Schweiz und in den USA.www.mch-group.com / www.messe-basel.ch / www.messe-zuerich.ch
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