Energienachrichten 2016

Energienachrichten

News wurden im Rahmen der Powertage 2016 veröffentlicht.

Tunnel sollen Energie speichern

9. Mai 2016

Im Rahmen dieser innovativen Speichertechnologie können ausrangierte Stollen genutzt werden, heisst es in einer Mitteilung auf energieaplus, dem Blog des Bundesamtes für Energie (BFE). In diesen Tunnelstollen wird die Druckluft gespeichert. Die bei der Komprimierung entstehende Wärme wird von thermischen Speichern aufgenommen. Bei der Entspannung der Luft kann diese Wärme gewonnen werden. Das BFE erwartet einen Zykluswirkungsgrad von 70 Prozent.

Das BFE führt ein Pilotprojekt als Teil eines vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanzierten Gesamtprojekts durch. Dabei soll einerseits die Funktionalität eines Tunnelstollens für die Speicherung und andererseits des gesamten Konzeptes demonstriert werden.

Wenn das Pilotprojekt einen erfolgreichen Abschluss findet, soll es eine Alternative zu Pumpspeicherwerken, Batterien oder elektrothermischen Speichern darstellen. Da die erneuerbaren Energien immer weiter ausgebaut werden, würde der Bedarf an Speichermöglichkeiten steigen, heisst es in der Mitteilung. Mit leistungsstarken Speichern kann die nicht konstant verlaufende Einspeisung erneuerbarer Energien in das Stromnetz kompensiert werden.

Schneider Electric demonstriert intelligente Netzinfrastruktur

4. April 2016

Ittigen BE - Das Elektronikunternehmen Schneider Electric will auf den Powertagen 2016 zukunftsfähige Lösungen vorstellen. Zu den Produkten für die Nutzung in einer intelligenten Netzinfrastruktur zählt dabei auch eine neuartige Mittelspannungsanlage.

Die vom 31. Mai bis 2. Juni in Zürich stattfindenden Powertage gelten als Treffpunkt der Schweizer Strombranche. Im Mittelpunkt der intelligenten Netzinfrastruktur, die Schneider Electric dabei präsentieren wird, steht die Digitalisierung. Das Unternehmen digitalisiert bereits fast alle Komponenten der Energieverteilung. Somit entsteht die Fähigkeit, Daten zu transportieren und zu kommunizieren. „Dabei setzen wir auf offene Schnittstellen, denn sie sind ein Schlüsselfaktor für eine intelligente Netzinfrastruktur der Zukunft“, erklärt Vizepräsident Simon Ryser in einer Medienmitteilung.

Zudem stellt Schneider Electric bei der Messe seine Mittelspannungsschaltanlage Premset vor. Dabei handelt es sich nach Unternehmensangaben um die weltweit erste Anlage ihrer Art mit vollständig erdgeschirmter Feststoffisolierung. In Steffisburg SE ist seit Februar die erste Premset in der Schweiz im Einsatz. Die Anlage ist laut Schneider Electric ebenfalls für den Einsatz in intelligenten Netzen verwendbar.

ABB rüstet schottische Unterstation aus

9. Mai 2016

Der Auftrag hat einen Umfang von 17 Millionen Dollar (16,5 Millionen Franken), wie ABB in einer Medienmitteilung erklärt. ABB wird 13 gasisolierte Schaltanlagen (GIS) in dem Unterwerk Kilmarnock South in East Ayrshire installieren, mit denen die bisherigen luftisolierten Schaltanlagen ersetzt werden. Dadurch wird die Stromkapazität in Südwestschottland erhöht. Zudem kann Strom aus erneuerbaren Quellen integriert werden. Dazu sind bereits Windparks mit einer Leistungsfähigkeit von 480 Megawatt genehmigt worden. Zudem gibt es Pläne über weitere Parks mit 1011 Megawatt.

ABB ist seit mehreren Jahrzehnten im Bereich der GIS tätig. Für den Auftrag in Schottland werden Einheiten der Modellreihe ELK genutzt. Durch die kompakte Bauweise wird weniger Platz benötigt. Zudem trägt eine geringere Anzahl an Komponenten zu einer stabilen Funktionsweise bei. ABB will den Auftrag von SP Energy Networks im Laufe des kommenden Jahres abschliessen. „Wir freuen uns, erneut mit SP Energy Networks zu arbeiten und sie bei ihren Bemühungen um eine verbesserte Strominfrastruktur in Schottland und mehr Strom für die Kunden zu unterstützen“, erklärt Oleg Aleinikov, Direktor für Netzintegration bei ABB.

Zürcher Entdeckung könnte Solarzellen verbessern

10. März 2016
Zürich - Forscher der ETH Zürich haben herausgefunden, wie nanostrukturierten Materialien gezielt entwickelt werden können. Die Erkenntnis könnte LEDs und Solarzellen verbessern.

Materialien bestehen aus Atomen, die bei Raumtemperatur vibrieren. Diese sogenannten kollektiven Gitterschwingungen sind für Eigenschaften wie Wärme- und Ladungstransport verantwortlich, erklärt die ETH Zürich in einer Medienmitteilung. Während Gitterschwingungen in Metallen, Halbleitern und Isolatoren bereits gut erforscht sind, ist ihr Verhalten bei neuen, nanostrukturierten Materialien noch weitgehend unerforscht. Hier haben Forscher der ETH Zürich neue Erkenntnisse gemacht, welche für die gezielte Entwicklung von nanostrukturierten Materialien verwendet werden kann.

„Während in Bereichen wie der Katalyse, der Thermoelektrik oder der Supraleitung starke Schwingungen hilfreich sein können, ist der beobachtete Effekt für andere Anwendungen wie LEDs und Solarzellen unerwünscht“ erklärt ETH-Professorin Vanessa Wood. Die Forscher konnten somit erklären, weshalb Solarzellen aus Nanopartikeln ihr Potential bislang noch nicht vollständig ausschöpfen konnten: Interaktion von Gitterschwingungen an der Oberfläche mit Elektronen verringern den Fotostrom in den Solarzellen. Wenn man eine Schale aus bestimmten Atomen um die Oberfläche der Nanokristalle legt, dann kann man die Leistung der Solarzelle erhöhen, zeigen die Forscher und können dieses Phänomen nun erstmals auch erklären.

Die Zürcher Forscher haben ihre Studie an der Schweizer Spallationsneutronenquelle am Paul Scherrer Institut durchgeführt.“ Ohne Zugang zu dieser Grossforschungsanlage wäre diese Arbeit nicht möglich gewesen. In der Schweiz sind wir in der glücklichen Situation, solch einzigartige Einrichtungen zur Verfügung zu haben“, betont Wood.

Winterthur und Tessin messen sich beim Stromsparen

8. März 2016
Zürich - Winterthurer und Tessiner Haushalte messen sich mittels einer App beim Stromsparen. Dabei untersuchen Forscher sowie zwei Energieunternehmen, wie sich das Stromverbrauchsverhalten auf spielerische Weise beeinflussen lässt.

Insgesamt nehmen 60 Tessiner und 60 Winterthurer Haushalte am sogenannten Social Power Projekt teil. Von Anfang Februar bis Ende April versuchen sie so viel wie möglich Strom zu sparen. Mit intelligenten Zählern wird der Stromverbrauch in den einzelnen Haushalten gemessen. Die daraus gewonnenen Daten fliessen direkt in eine neuentwickelte Spiel-App. Diese ermöglicht es den Haushalten, sich in einem Team-Wettbewerb zu messen, Preise zu gewinnen und sich zum Thema auszutauschen. Die Sieger werden im Rahmen einer Veranstaltung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zum Thema „Energiesparen“ am 1. Juni 2016 bekannt gegeben.

Im Rahmen des Projekts untersucht die ZHAW in Zusammenarbeit mit der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana sowie den beiden Energieversorgern AEM und Stadtwerk Winterthur, wie die Haushalte am besten zum Stromsparen motiviert werden können. Weiter wird untersucht, ob sich der Stromverbrauch überhaupt auf spielerische Weise beeinflussen lässt. Unter den Forschern sind Spezialisten aus den Bereichen Nachhaltige Entwicklung, Innovation und Entrepreneurship.

Flexibler Stromverbrauch soll mehr Bedeutung erhalten

4. März 2016
Zürich - Schweizer Stromverbraucher sind flexibel, zeigt eine Studie von Schweizer Energieunternehmen und der Gaswirtschaft. Volkswirtschaftlich sei es vorteilhafter, diese Flexibilität zu nutzen, als etwa in neue Kraftwerke zu investieren.

Eine Studie von Schweizer Energieunternehmen unter der Mitwirkung der Gaswirtschaft zeigt, wie es möglich ist, die Flexibilität von Stromverbrauchern bis 2020 besser zu nutzen. Lastverschiebungen, die dezentrale Stromerzeugung und Speicherung seien beispielsweise volkswirtschaftlich vorteilhafter als der Bau von neuen Kraftwerken oder der Ausbau für Stromnetze. Und in der Schweiz sei ein grosses technisches Potenzial in diesem Bereich vorhanden. Zudem sind die Stromverbraucher auch bereit, dieses Potenzial zu nutzen, wie die Studie zeigt.

Im Rahmen ihrer Studie stellen die Energieunternehmen und die Gaswirtschaft einen 12-Punkte-Plan vor. Dieser will etwa durch eine Plattform für Strommarktdaten mehr Transparenz schaffen. Zudem fordert er, dass die Märkte für die Endkundenflexibilität geöffnet werden. Endkunden sollen dabei mehr Anreize für Flexibilität erhalten. Letztendlich werden davon laut der Studie sowohl die Stromverbraucher und die Energiebranche als auch Technologieanbieter profitieren. An der Studie haben sich ausser dem Verband der Schweizerischen Gasindustrie auch das Kantonswerk Schaffhausen, Swissgrid, Swisscom Energy Solutions und EnAdvice beteiligt.

ABB lädt Elektrobusse in Belgien

29. Februar 2016
Zürich - Der Zürcher Energie- und Automatisierungstechnikkonzern ABB liefert automatisierte Schnellladelösungen für Elektrobusse nach Belgien. Diese werden in einer emissionsfreien Zone in der Innenstadt von Namur zum Einsatz kommen.

ABB wird die Schnellladelösungen laut einer Medienmitteilung gemeinsam mit Volvo Buses an das öffentliche Verkehrssystem vom Namur, der Hauptstadt der wallonischen Region liefern. Dank des Systems müssen Busse zum Aufladen nicht mehr ins Depot zurückkehren, sondern können an den Endhaltestellen geladen werden. Damit werden gleichzeitig auch die Batterieblöcke der Busse kleiner und die Fahrgastkapazität entsprechend höher. Zudem können Busse dank der Ladesysteme künftig mehr Routen bedienen.

Das Elektrobussystem in Namur soll bis Ende 2016 betriebsbereit sein. Dann kommen die Busse in einer neuen emissionsfreien Zone in der Innenstadt von Namur zum Einsatz, schreibt ABB.  „Weltweit investieren Städte verstärkt in urbane Elektromobilität, um Staus zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern“, sagt Pekka Tiitinen, Leiter der Division Industrieautomation und Antriebe bei ABB. „Unser Technologieportfolio für Elektromobilität in Kooperation mit Partnern wie Volvo anzubieten ist eines der Kernelemente unserer Next-Level-Strategie.“

Erneuerbare bestimmen die Stromzukunft

3. März 2016
Zürich - Bis 2050 dürfte der Schweizer Strom zu 90 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Um den CO2-Austoss zu reduzieren, muss jedoch daneben auch die Energieeffizienz erhöht werden, zeigt eine UBS-Studie.

Im internationalen Abkommen der UNO-Klimakonferenz hat sich die Schweiz verpflichtet, ihren Treibhausgasausstoss bis 2020 um 20 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Um diese Ziele zu erreichen, muss die Schweiz den Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix erhöhen und ihre Energieeffizienz steigern. Die UBS hat nun eine Studie durchgeführt, die den Strommix der Zukunft prognostiziert und das Potenzial zur Einsparung von Treibhausgasen aufzeigt.

Die Studie zeigt auf, dass der Schweizer Strom bis Mitte des Jahrhunderts zu 90 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Heute liegt dieser Anteil bei 60 Prozent. Zum Strommix 2050 werde die Wasserkraft am meisten beitragen, die auch schon heute über die Hälfte des Schweizer Strommixes ausmacht. Neue erneuerbare Energien wie Solarenergie sowie Gaskraftwerke werden laut der UBS-Prognose die Kernenergie ersetzen. UBS schätzt, dass die Solarenergie aufgrund der sinkenden Preise bis 2050 rund 16 Prozent des Strommixes ausmachen wird. Heute liegt ihr Anteil bei 1,5 bis 2 Prozent.

Zur Senkung des CO2-Austosses reicht die Erhöhung des Anteils an sauberer Energie nicht aus. Es brauche zusätzliche Effizienzmassnahmen. So soll etwa durch die Elektrifizierung des Verkehrswesens sowie der erhöhten Energieeffizienz im Gebäudesektor CO2 eingespart werden. Gleichzeitig werde etwa die Erhöhung der Anzahl der Elektroautos im Verkehr sowie das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum zu einem höheren Stromverbrauch und zu höheren Strompreisen führen.

Energieunternehmen helfen Firmen beim Energiesparen

16. Februar 2016
Bern - Die Energieunternehmen BKW, Groupe E und Services industriels de Genève wollen Unternehmen, Organisationen und Institutionen bei der Senkung ihres Stromverbrauchs helfen. Dazu bieten sie ein gemeinsames Förderprogramm an.

Das Förderprogramm der drei Energieunternehmen heisst „Swiss Energy Efficiency Auction“ und wird mit drei Millionen Franken vom Bund unterstützt. Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Körperschaften werden zunächst in einer ersten Phase mit einem Audit unterstützt, das helfen soll, Energieeffizienzmassnahmen zu identifizieren. In einer zweiten Phase nehmen sie an einem Auktionsverfahren teil. Dort werden Fördergelder für diejenigen Massnahmen vergeben, die ein besonders gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis haben. Anschliessend wird die Wirksamkeit der Massnahmen in einer dritten Phase überprüft.

Im Rahmen des Programms werden nur Firmen unterstützt, die beweisen können, dass ihre Energiesparmassnahmen ohne die Förderung nicht wirtschaftlich wären, erklärt die BKW in einer Medienmitteilung. Der Bund werde das Programm drei Jahre lang unterstützen.

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