Ein-Preis-Mechanismus: Forecasting und Flexibilität entscheiden über Schweizer Versorgermargen.
Der Ein-Preis-Mechanismus ist in der Schweiz seit Januar live, und der Regelenergiemarkt öffnet sich für aggregierte dezentrale PV. Versorger, die ihre Forecasting- und Flexibilitätskompetenzen jetzt aufbauen, setzen die neuen Standards. Wer wartet, zahlt dafür, und zwar im Wortsinn.
In der Schweizer Ausgleichsenergie-Ökonomie ist ein struktureller Wandel bereits im Gange. Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der Schweiz der Ein-Preis-Mechanismus für Ausgleichsenergie, der das bisherige Zwei-Preis-Modell ablöst. Jede Megawattstunde Abweichung wird nun zu den vollen Kosten der System-Unausgeglichenheit bewertet: Bilanzgruppen, die die Regelzonenbilanz aktiv stützen, werden vergütet, während jene, die sie belasten, entsprechend zahlen. Für einen Versorger erstreckt sich dieses Exposure über die gesamte Bilanzgruppenposition, also über regulierte Portfolios (Grundversorgung) und Freimarkt-Kundenportfolios gleichermassen, auf der Last- wie auf der Erzeugungsseite. Dezentrale PV ist der stärkste Treiber der dahinterliegenden Volatilität. Die installierte PV-Leistung der Schweiz liegt inzwischen nahe der 10-GW-Marke, Solarstrom dürfte 2026 rund 17 % des Nettostromverbrauchs decken, und eine einzige Solarspitze verursachte im April 2024 eine Unausgeglichenheit von 1,4 GW. Doch die Frage für einen Versorger reicht weiter als jede einzelne Prognose: Sie lautet, ob sich das gesamte Portfolio aktiv über den Spotmarkt und den Markt für Systemdienstleistungen (SDL) bewirtschaften lässt. In dieser Grössenordnung ist eine falsche Position kein Rundungsfehler mehr.
Eine zweite, eigenständige Entwicklung ist nun im Gange: Der Regelenergiemarkt öffnet sich für aggregierte PV. Gewerbliche und industrielle PV-Anlagen sowie Dachanlagen auf Mehrfamilienhäusern können nun über aggregierte VPP-Strukturen teilnehmen, vollständig ferngesteuert, ohne zusätzliche Hardware und vorwiegend als Abwärtsflexibilität (Curtailment). Die Beschaffungskosten von Swissgrid für Systemdienstleistungen lagen 2024 bei über CHF 450 Millionen und haben sich seither bei jährlich rund CHF 230 bis 350 Millionen stabilisiert, was einen rasch gereiften, aber nach wie vor substanziellen Markt widerspiegelt. Die Eintrittshürde ist nicht regulatorischer, sondern operativer Natur. Das Aggregieren dezentraler Assets, das Einreichen präziser Gebote und das Einhalten der Reaktionsvorgaben von Swissgrid erfordern eine robuste, präzise Software-Infrastruktur, die die meisten Versorger noch nicht aufgebaut haben. Die ersten kommerziellen Angebote wurden bereits lanciert.
Genau hier verändert präzises Forecasting die Ökonomie. Unter dem Ein-Preis-Mechanismus schlagen sich Prognosefehler direkt im P&L-Exposure nieder. Auf Portfolios im TWh-Bereich angewandt, werden selbst geringfügige Abweichungen zu wesentlichen Posten. Die Einsätze sind bereits real: Im April 2026 kostete die falsche Seite der Bilanz in mehreren 15-Minuten-Abrechnungsperioden über 2'300 €/MWh. Ein Long-BRP zahlte sie, ein Short-BRP kassierte sie. Den Unterschied machte die Prognosequalität. Die AI-Forecasting-Modelle von Tilt Energy haben gegenüber konventionellen Ansätzen eine Reduktion des Prognosefehlers (WAPE) von bis zu 30 % und eine fünffache Reduktion grosser Fehler erzielt. Das führte bei einzelnen Kundenportfolios zu einer Reduktion der Energiebeschaffungskosten von bis zu 20 %.

Das VPP wird zur operativen Infrastruktur für all das. Ein softwarebasiertes VPP, das PV-, BESS-, EV- und HVAC-Assets in Echtzeit orchestriert, Spot- und SDL-Gebote über den eigenen Marktzugang des Versorgers oder über einen BRP-Partner einreicht und Assets innerhalb der von Swissgrid vorgegebenen Zeitfenster dispatcht, ist die Kerninfrastruktur, die ein Schweizer Versorger braucht, um glaubwürdig an der Flexibilitätsökonomie teilzunehmen.
Mit mehr als 630 Verteilnetzbetreibern in der gesamten Schweiz bedeutet Aggregation, sich in einer einzigartig fragmentierten Netzlandschaft zurechtzufinden. Dies ist kein Markt, in dem sich eine generische europäische Plattform out of the box ausrollen lässt. Tilt Energy baut und betreibt diese Infrastruktur für Versorger in der Schweiz und in Europa und vereint dabei AI Forecasting, Flexibilitäts-Orchestrierung und VPP-Aggregation in einer einzigen Plattform. Die Integration erfolgt über direkte APIs in die bestehende OEM- und EMS-Infrastruktur, ohne dass Versorger ihre operativen Systeme ersetzen müssen. In der Schweiz ist dies bereits über ein EV-Optimierungs-VPP mit der EKZ in Betrieb, das die Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen als flexible Netzressource innerhalb des Schweizer Marktrahmens koordiniert.

Das Zeitfenster ist jetzt offen. Der Ein-Preis-Mechanismus ist live, und der Regelenergiemarkt öffnet sich für aggregierte dezentrale PV. Die Versorger, die diese Kompetenzen in den nächsten 12 bis 24 Monaten aufbauen, setzen die Benchmarks, die andere über Jahre hinweg zu erreichen versuchen werden. Die First Mover sind bereits am Markt.
Treffen Sie das Schweizer Marktteam von Tilt Energy an den Powertagen 2026, Stand 4.F48, um Ihre Flexibilitäts-Roadmap zu besprechen und zu erfahren, wie sich unsere Plattform in Ihr bestehendes Trading- und Betriebs-Setup integriert. Buchen Sie am Stand eine Live-VPP-Demo.